Aktionsideen

Ob mit geringem Aufwand, besonders kreativ oder mit einem starken Zeichen für mehr Verkehrssicherheit – jede Aktion zählt! Hier könnt ihr euch von anderen Ideen inspirieren lassen. 

Drei Tipps, wie Kinder sicher zu Fuß unterwegs sein können

Tipp 1: Laufgemeinschaften bilden

Für den Weg zur Schule können Eltern oder auch Kinder selbst sogenannte Laufbusse organisieren. Hierbei werden an unterschiedlichen Stellen vor Ort Haltestellen vereinbart, an denen sich die Kinder aus der Nachbarschaft verabreden und gemeinsam zur Schule gehen können. Kinder, die mit Freund*innen zur Schule gehen, lernen, auch auf andere aufzupassen. Ihr soziales Verhalten wird gefördert und sie können schon auf dem Weg zur Schule Freundschaften pflegen oder schließen.

Tipp 2: Roller- und Fahrradständer bauen

Ist der Schulweg zu lang, um ihn zu laufen, bieten der Tretroller oder das Fahrrad Kindern eine gute Alternative. Roller- und Fahrradständer vor Schulen und Kitas helfen, das Chaos in den Griff zu kriegen und Kinder lernen, sich selbstständig um ihre Verkehrsmittel zu kümmern. Zunächst sollten Eltern den Kontakt mit der Schulleitung aufnehmen, um den Bedarf abzuklären. Ist dieser geregelt, ist es oft hilfreich, wenn sich Schulleitung oder eine Gruppe von Eltern um einen lokalen Sponsor bemüht. Gemeinsam kann Material angeschafft und die Montage vorgenommen werden.

Tipp 3: Schulstraßen beantragen

Um die unübersichtlichen und gefährlichen Situationen durch Elterntaxis vor Schulen und Kitas in den Griff zu bekommen, haben Eltern die Möglichkeit, einen Brief an ihre Schulleitung zu schreiben. Schulleitungen können sich wiederum an die Kommunen wenden und diese dazu auffordern, die Straße vor der Schule oder Kita als Schulstraße mit temporären Durchfahrtsbeschränkungen auszuweisen, wenn es die Lage der Schule erlaubt. Das Deutsche Kinderhilfswerk und der VCD unterstützen die Eltern sowie die Schulleitung mit Briefvorlagen. 

Beispiele

Aktionen der letzten Jahre

In den letzten 20 Jahren ist viel passiert. Es wurden überall in Deutschland Aktionsideen registriert und durchgeführt, dabei haben die Aktionstage auch viel verändern und anregen können. Es wurde protestiert, im Laufbus zur Schule gegangen, Stempelaktionen durchgeführt, der Schulweg durch selbstgebastelte Schilder sicherer gemacht,

    Grundschule an der Dachauerstraße, München

    Mehr Platz auf dem Schulweg

    Die Klasse 4g der Grundschule an der Dachauer Straße machte mit Plakaten, kreativen Installationen und einer Demonstration auf die gefährliche Situation für Schüler*innen aufmerksam und forderte mehr Platz für Fußgänger, bessere Querungsmöglichkeiten und eine Geschwindigkeitsreduzierung vor der Schule. Die Aktion zeigte Wirkung: Bereits wenige Tage später wurde vor der Grundschule ein digitales Dialog-Display installiert, das Autofahrer auf die geltende Tempo-30-Regelung aufmerksam macht. Die Kinder sehen dies als wichtigen ersten Erfolg auf dem Weg zu einem sichereren Schulweg.

    Grundschule am Heidenberger Teich, Kiel

    Laufbusse

    Die Klasse 2b der Schule am Heidenberger Teich beteiligte sich an der Planung von Laufbushaltestellen im Stadtteil und schlug bessere Standorte vor als ursprünglich von der Stadt vorgesehen. Die Vorschläge der Kinder wurden übernommen. Anschließend informierten die Schüler*innen mit Plakaten und Vorträgen die gesamte Schule über die neuen Haltestellen und die Vorteile des Zu-Fuß-Gehens für Gesundheit, Gemeinschaft und Umwelt. Da die offiziellen Schilder nicht rechtzeitig aufgestellt wurden, bastelte die Klasse kurzerhand eigene Schilder und setzte die Aktion dennoch erfolgreich um.

     

     

    Marienschule, Ochtrup

    Zu Fuß zur Schule jeden Tag

    An der Marienschule wurde die Aktion „Zu Fuß zur Schule“ zunächst als Aktionswoche durchgeführt und anschließend auf das gesamte Schuljahr ausgeweitet. Mithilfe eines Erklärvideos sowie von den Kindern gestalteten lebensgroßen Figuren wurden Kinder und Eltern für das Thema sensibilisiert. Durch ein Klassentier-Wettrennen und gemeinsame Auszeichnungen blieb die Motivation das ganze Jahr über erhalten. Mit Erfolg: Im Schuljahr 2023/24 kamen rund 95 Prozent der Schüler*innen aktiv und ohne Auto zur Schule.

    Martinschule, Bielefeld

    Elternhaltestelle und Schulstraße

    An der Martinschule und der Sudbrackschule wurden über längere Zeit verschiedene Projekte zur Förderung sicherer und nachhaltiger Schulwege umgesetzt, darunter Fahrradbus-Aktionen, Elternhaltestellen sowie weitere Mobilitätsinitiativen. Ziel war es, den Anteil selbstständig zurückgelegter Schulwege zu erhöhen und gefährliche Verkehrssituationen vor den Schulen zu reduzieren. Als Ergebnis wurde die Einrichtung einer „Schulstraße“ als Verkehrsversuch beschlossen. Seit September 2025 gilt an beiden Schulen für ein Jahr morgens zwischen 7:15 und 8:15 Uhr ein Einfahrverbot für Kraftfahrzeuge. 

    Professor-Ecker Schule, Saarlouis

    Gut sichtbar den neuen Schulweg erkunden

    Im vergangenen Schuljahr sammelten alle Klassen im Rahmen der Aktion „Zu Fuß zur Schule“ Ideen zur Verbesserung der Schulwegsicherheit. Die Vorschläge wurden im Schülerrat gebündelt und gemeinsam nach Umsetzbarkeit bewertet, wobei auch die Rollen von Kindern, Eltern, Lehrkräften und Stadtverwaltung berücksichtigt wurden. Als Ergebnis wurden durch die Stadt konkrete Maßnahmen umgesetzt, darunter eine veränderte Verkehrsführung sowie ein zusätzlicher Fußgängerüberweg in Schulnähe. Der neue, sicherere Schulweg wird nun gemeinsam mit allen Klassen eingeübt. Ergänzend sollen Warnwesten angeschafft und individuell gestaltet werden.

Ihr wollt noch mehr Ideen kennenlernen?

Unsere Sammlung bietet eine Vielzahl an Aktionsideen für Schulen, Kitas und Familien, die Kinder dazu motivieren, ihren Weg aktiv zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurückzulegen. Die Vorschläge reichen von einfachen Mitmachaktionen bis hin zu größeren Projekten und lassen sich flexibel an die eigenen Möglichkeiten anpassen. Viele Ideen orientieren sich an bereits erfolgreich umgesetzten Praxisbeispielen und laden dazu ein, sie aufzugreifen, weiterzuentwickeln und an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort zu adaptieren.  

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