Am Montag beginnen in ganz Deutschland die Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“. Zur Teilnahme an den Aktionstagen rufen der ökologische Verkehrsclub VCD und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) gemeinsam mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) auf. Unter dem Motto „Besser ohne Elterntaxi!“ legen zehntausende Kinder im Aktionszeitraum vom 21. September bis 02. Oktober ihren Weg zur Schule oder zum Kindergarten zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurück.

Die Sommerferien sind vorbei und mit dem Schuljahresbeginn soll die Rückkehr in das Klassenzimmer gelingen. Die Corona-Pandemie stellt Schulen, Eltern und Kinder vor große Herausforderungen, wie effektiver Infektionsschutz mit dem Anspruch auf gute Bildung am besten zu vereinbaren ist. Eine Frage unter vielen ist die Mobilität der Kinder. Der ökologische Verkehrsclub VCD, das Deutsche Kinderhilfswerk und der Verband Bildung und Erziehung warnen davor, nun auf das Elterntaxi umzusteigen, um den Nachwuchs vor Infektionen zu schützen. Denn am besten für die Kinder bleibt die Bewegung an der frischen Luft, also zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad. Im Rahmen der Aktionstage können Kinder und Eltern die positiven Effekte erleben, die das selbst-ständige Zurücklegen des Schul- oder Kitaweges mit den eigenen Füßen mit sich bringt.

Dr. Stefanie Hubig, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Schirmherrin der Aktionstage: „Die Erfahrungen aus den Aktionstagen können dabei helfen, dass sich die Kinder und Jugendlichen im Straßenverkehr sicherer fühlen, sich geübter bewegen und die Vorteile der eigenständigen Mobilität sogar einfordern. Denn das bewusste Erleben der Umgebung, die Bewegung und die frische Luft unterstützen die körperliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Ich wünsche allen Teilnehmenden spannende Aktionstage und möchte alle, die noch nicht teilnehmen, dazu ermuntern, mitzumachen.“

Auf der Website der Aktionstage gibt es jede Menge Inspiration, wie Eltern, Schulen und Kitas den Aktionszeitraum bunt und kreativ gestalten können. Zum Beispiel kann ein Parcours aufgebaut werden, auf dem die Kinder unterwegs spielerisch etwas über Verkehrssicherheit, Bewegung und Nachhaltigkeit lernen können. Eine weitere Idee ist die Veranstaltung eines Malwettbewerbs, bei dem die Kinder auf ihren Bildern darstellen können, was sie alles auf ihrem Schul- oder Kitaweg erleben und wie sie den Weg zu Fuß oder mit dem Rad gegenüber dem Weg auf der Rückbank im Auto wahrnehmen. Auch können Laufbusse organisiert oder Laufpatenschaften zwischen älteren und jüngeren Kindern eingerichtet werden.

Enie van de Meiklokjes, Botschafterin der Aktionstage: „Es gibt fast nichts Schöneres, als den Tag mit ein bisschen Bewegung zu starten. Und genau deshalb sollten Kinder möglichst zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller zur Schule oder in den Kindergarten kommen. Das stärkt die Abwehrkräfte, beugt Haltungsschäden und Übergewicht vor und macht außerdem viel Spaß. Zudem können die Kinder auf dem Schulweg gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern Einiges erleben, besprechen, lachen. Außerdem nehmen sie ihre Umgebung bewusster wahr und lernen, sich selbstständig im Verkehr zu bewegen. Das lernen sie nicht auf der Rückbank im Auto.“

Wie eine vor Kurzem veröffentlichte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von VCD, DKHW und VBE zeigt, befürwortet eine große Mehrheit der Bevölkerung Einschränkungen des Autoverkehrs zum besseren Schutz von Kindern. 89 Prozent der Befragten und sogar 94 Prozent der befragten Eltern halten Tempo 30 in allen an Schulen angrenzenden Straßen für sehr wichtig oder wichtig, 74 Prozent sprechen sich für Halteverbote an Schulen aus. Auch die Möglichkeit, Straßen bei Schulbeginn und Schulende zu sperren - („Schulstraßen“ nach österreichischem Vorbild) - wird knapp mehrheitlich befürwortet (52 Prozent). Daher fordern die Verbände in einem Forderungspapier, dass der Schulweg für alle Kinder sicherer gestaltet werden muss – u.a. mit guten Querungsmöglichkeiten, Tempo 30 und Halteverboten vor Schulen. Die drei Partner sind sich einig: „Die Politik muss handeln! Die Bevölkerung ist bereit, nun kommt es auf die Gestaltung sicherer Infrastruktur an.“

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